„DIMI“ steht erneut vor Kürzungen

Das Kinder- und Jugendfreizeithaus DIMI, eine unserer ersten Jugendeinrichtungen, steht erneut vor Kürzungen 

Die »DIMI« ist eine offene Jugendfreizeiteinrichtung für junge Menschen im Alter von 14 bis 20 Jahren. Für viele der bis zu 75 Jugendlichen, die »DIMI« am Tag besuchen, ist die Einrichtung seit knapp 30 Jahren ein verlässlicher Treff. Die Jugendlichen lernen hier auch, Verantwortung für sich selbst und andere zu übernehmen.

Interview mit Frauke Butz, die seit November 2024 die DIMI leitet

Frauke, Du leitest seit einem Jahr die DIMI im Thälmannpark. Wie steht es in der DIMI um die finanzielle Lage?  

Das Thema Kürzungen begleitet mich eigentlich seit meinem ersten Arbeitstag. Im November 2025 wurde uns vom Jugendamt relativ überraschend eine Kürzung der Mittel um zwölf Prozent angekündigt. Wir mussten daher unsere Arbeitszeit ein weiteres Mal absenken. Für die Öffnungszeiten bedeutet das eine Reduzierung um ca. sechs Stunden pro Woche; wir werden also an allen Tagen eine Stunde später öffnen.

Wir seid Ihr im Team damit umgegangen? 

Für unser Team bedeutete das, 13 Wochenstunden Arbeitszeit einsparen zu müssen. Nur dank des solidarischen Umgangs im Team konnten wir das auf alle Schultern verteilen.  

Welche Konsequenzen haben die Kürzungen für die Jugendlichen außerdem? 

Direkt bemerkbar macht sich natürlich die Reduzierung der Öffnungszeiten. Doch auch im Alltag zeigt sich, dass wir einige stark nachgefragte Angebote, wie zum Beispiel offener Sport und das Tonstudio nur noch in deutlich begrenzterem Umfang anbieten können. Und das, obwohl die Nachfrage der Jugendlichen hierzu steigt. Bereits jetzt können die Jugendlichen einige Angebotsräume, wie z. B. den Musikraum, den Sportraum, das Tonstudio und die Kreativwerkstatt, deutlich seltener nutzen als sie möchten, weil wir die Angebote nicht mehr angemessen pädagogisch begleiten können. Außerdem gibt es erhebliche Einsparungen in den Sachmitteln, sodass wir bedeutend weniger Möglichkeiten haben, gemeinsam mit den Jugendlichen Aktionen zu planen und die Strukturen an die Interessen der Jugendlichen anzupassen.

Habt Ihr mit Eurer Grundförderung durch das Jugendamt Pankow überhaupt noch eine längerfristige Perspektive? 

Die Grundförderung allein reicht längst nicht mehr aus, um unser Standardangebot in diesem Umfang zu halten, geschweige denn, den Bedürfnissen der Jugendlichen nach einem zuverlässigen und sicheren Ort gerecht zu werden, an dem sie bis in den Abend hinein Zeit verbringen, verschiedene Angebote nutzen können und verlässliche Ansprechpersonen für ihre Themen und Probleme haben.

Wie kann man Euch unterstützen? 

Wir haben mit anderen betroffenen Jugendeinrichtungen, Familienzentren und der Schulsozialarbeit in Pankow einen offenen Brief veröffentlicht. Unterschreibt und verbreitet diesen gern weiter über Eure Netzwerke! Hier der Link zur Petition: https://innn.it/stopp-der-kuerzungen

Das Interview führte Berit Schröder,
Abteilungsleiterin Stadtteilarbeit und schulische Bildung

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